Falco

Pianist und Bandleader

Thomas Rabitsch über Falco:
„Falco (1957-1998) war der Überflieger der Österreichischen Pop-Szene. Ich lernte Hans Hölzel 1976 kennen, damals war er Bassist und lernte am Jazz-Konservatorium Wien. Wir spielten zunächst gemeinsam in einer Session-Band einen Gig, er war schon damals ein Funk-Bass-Player erster Güte. Das typische funky Phrasing kam ihm später als Rapper sehr zugute. 1977 trafen wir uns wieder – er als Bassist und ich als Keyboarder – bei der Hallicunation Company. Bei dieser Band lernten wir damals alle Bühnenpräsenz zu entwickeln, Shows zu erarbeiten und Musik genau zu spielen. Wir hatten mit der ersten Show einen für die damalige Zeit in Wien außerordentlichen Erfolg.

Stefan Weber, das Mastermind von Drahdiwaberl, sah uns bei dieser Show und heuerte uns bei seiner Chaos-Gruppe an, wo wir dann von 1979 bis 1982 gemeinsam spielten.
Auf dem ersten Album „Psychoterror“ war sein erster Solo-Auftritt mit dem Titel „Ganz Wien“. Dieser Song war auch live immer wieder ein Höhepunkt – und für Stefan Weber eine gute Gelegenheit, die Bühnenkleidung zu wechseln. Markus Spiegel, der Drahdiwaberl auf seinem damaligen Label „Gig-Records“ als erste Gruppe veröffentlichte, beschloss aufgrund dieses Songs und der von Hans bereits entwickelten Falco-Figur auf der Bühne, ihn unter Vertrag zu nehmen und beauftragte Robert Ponger mit der Produktion des ersten Albums „Einzelhaft“.

Das war dann der Durchbruch für Falco. „Der Kommissar“ wurde sein erster großer Hit, obwohl Falco eigentlich lieber die B-Seite der Single, nämlich „Helden von heute“ zur A-Seite machen wollte.

Der Rest ist Geschichte, Falco prägte mit seinem urtypischen Stil eine richtige Figur zur richtigen Zeit und wurde ein Eckpfeiler der Österreichischen Szene, der als Einer der Wenigen auch international erfolgreich war.

Während der ganzen Zeit seines Schaffens hatte ich zusammen mit meinem Bruder und meinen Freunden und Kollegen von Drahdiwaberl das wirkliche Vergnügen, bei seiner Live-Band zu spielen, ab Anfang der 1990iger Jahre dann auch als Bandleader. Nach seinem Tod übergab ich die bisher unveröffentlichten Demosongs, die wir gemeinsam mit Thomas Lang in meinem Studio aufgenommen hatten, dem für den Nachlass zuständigen Anwalt. In einer seltenen Cooperation von EMI und BMG wurden Thomas Lang, Dietz Tinhof und ich beauftragt, das Posthum-Album „Verdammt wir leben noch“ zu produzieren .

Im Frühjahr 2004 wurde das legendäre Falco-Konzert Falco Live von der Donauinsel 1993 neu für DVD in 5.1 von Dietz Tinhof und mir gemischt und schaffte auf Anhieb die Nr.1 der österreichischen Musik-DVD Charts.

Vier Jahre später – zum 10. Todestag von Falco, erschien die DVD „Falco Symphonic“ – Falcos einziger Auftritt mit großem Konzert – mit einzigartiger modernster Technik restrukturiert und teilweise neu aufgenommen.“

Im Februar 2017 wäre Hans Hölzel 60 Jahre alt geworden. Dieses Jahr steht somit ganz im Zeichen des Falken. Der Wiener Kultclub U4 feierte sein Leben und Schaffen – bei der Falco Night „geig’n die Goldfisch“ rund um Thomas Rabitsch und Roman Gregory, unter anderem mit Mitgliedern der originalen Falco Band.

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